Hintergrund: Seitdem die Plastische Chirurgie das Verfahren zur Brustrvergrößerung mit Silikonimplantaten anbietet, existiert auch die Diskussionen rund um die alternativen Verfahren. Die Bedenken, Fremdkörper zur Brustvergrößerung zu verwenden bestehen weiterhin unter Patientinnen trotz deutlicher Verbesserungen und der Weiterentwicklung der verwendeten Implantate. Diese Verbesserung der Silikonimplantate betrifft das Silikongel, mit denen diese gefüllt werden in gleicher Weise wie die Oberfläche und die Haptik der Implantate. Ungeachtet dessen, führte der kürzlich in der Presse berichtete Skandal um die Silikonimplantate der Firma PIP aus Frankreich zu neuen Impulsen hinsichtlich der Verwendung von Eigenfett zur Transplantation und Brustvergrößerung. Das Einbringen von körpereigenem Fettgewebe stellt in der Vorstellung von Laien aber auch Chirurgen ein Ideal in vielerlei Hinsicht dar. So kann das überschüssige Fettgewebe entnommen und beseitigt werden und gleichzeitig als dienliche Füllsubstanz an anderer Stelle wirken. Diese Strategie ruft nicht nur die Kritiker der Eigenfettinjektionen, die mit unterschiedlichen Resorptionsraten und mangelnder wissenschaftlicher Daten argumentieren in die Diskussion. Darüber hinaus meldet sich hier auch die Industrie zu Wort, welche die Variabel der Füllsubstanz als gewinnbringenden Faktor entdeckt hat. So versprach beispielsweise die Firma Q-Med/Galderma mit ihrem Produkt `MacrolaneTM` eine atraumatische Möglichkeit die Brust zu vergrößern (sogar in Lokalanästhesie), als dies mit anderen Verfahren (z. B. Silikonimplantat oder Eigenfettinjektion) der Fall wäre. Verlockend ist hierbei die Vorstellung eine Füllsubstanz ohne Trauma (wie z. B. bei der Fettabsaugung zur Eigenfett-Transplantation der Fall) zur Verfügung zu haben, die ohne Limit zur Brustvergrößerung genutzt werden kann. Seit kurzem nimmt der Hersteller von MacrolaneTM ausdrücklich Abstand von der Empfehlung das Produkt zur Brustvergrößerung zu nutzen. Damit fällt ein weiteres Mal der Focus der alternativen Behandlungsverfahren zur Brustvergrößerung ohne Silikonimplantate auf den Brustaufbau mittels Eigenfett-Transplantation. Im vorliegenden Übersichtsartikel soll kurz auf das Macrolane eingegangen werden mit Blick auf die bisherige Anwendung zur Brustvergrößerung. Aufgrund der fehlenden Empfehlung des Herstellers soll der Blick nochmals intensiv auf die Möglichkeit der Eigenfett-Transplantation zur Brustvergrößerung gerichtet werden, um in einer breiten Diskussion den derzeitigen Standard zu hinterfragen und mit ausgewählten Beispielen zu unterstreichen.

 

Macrolane

Macrolane stellt eine synthetische Herstellung eines körpereigenen Proteins dar. Das bedeutet, dass es im Labor unter entsprechenden Qualitätskriterien für die Anwendung am Menschen produziert wird. Dem zur Folge liegen hier keine tierischen Eiweiße oder sonstige Produkte vor, die zu einer Allergie oder Abstoßungsreaktion führen würden. Vielmehr handelt es sich um eine modifizierte Form einer Hyaluronsäure, deren Abbau verzögert abläuft und unter Bindung von Wasser einen Volumeneffekt verursacht. Die Hyaluronsäure dient seit vielen Jahren bereits als Füllsubstanz für die Unterspritzung von Falten im Gesicht und am Hals und an anderen Körperregionen. In den vergangenen 5 Jahren hat sich unter Ausweitung des Spektrums unter den Anbietern der Begriff des `Body-formings` etabliert. Hierbei geht es um ein visköseres Gel, welches deutlich zu einem deutlich stärkeren Volumeneffekt führt als die bisher bekannte Hyaluronsäure, die im Gesicht Anwendung fand. Mit der neuen Formel beflügelt wurde Macrolane in verschiedene Areale am Körper eingebracht, um fehlendes Volumen aufzubauen und Rundungen zu unterstützen und zu akzentuieren. Nach anfänglichen Anwendung zu Gesäßvergrößerung, besonders in den Süd-Amerikanischen Ländern, wurde Macrolane zunehmend öfter zur Brustvergrößerung genutzt. Beflügelt von der unbegrenzten Verfügbarkeit und der minimalen Invasionen des Eingriffs als solchen (es wird ausschließlich von außen injiziert) wurde Macrolane seit 2009 immer häufige und weiläufiger für die Brustvergrößerung eingesetzt. Doch die Komplikationen eines solchen vermeidlich atraumatischen Eingriffs ließen nicht lange auf sich warten. Neben einer fehlenden Beurteilbarkeit kam es doch zu Infektionen und allergischen Reaktionen, die zu einem Abszess in der Brustdrüse geführt hatte.

Darüber hinaus zeigte sich bei Macrolane in Einzelfällen eine systemische Reaktion des Körpers. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass keine größeren Mengen des Macrolane in der Blutbahn der Patienten nachzuweisen ist. Schlussendlich liegt das Material allerdings in großer Menge unter und um die Brustdrüse herum frei, was sehr wohl den Anlass dazu geben kann, hier zu Auswirkungen auf den Gesamtorganismus zu führen. Die Symptome dieser Einzelfälle sind sehr unspezifisch und reichen von Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit bis hin zu regelmäßigen Fieberschüben. Außerdem werden vereinzelt auch Gelenkschmerzen, Haarausfall und Krämpfe berichtet. Alle diese unspezifischen Beschwerden lassen sich allerdings kaum direkt oder indirekt auf die Anwendung von Macrolane zurückführen, sodass es diesbezüglich in der Vergangenheit auch keinerlei Klageverhalten durch die Patienten gab, bzw. dieses nicht in größerem Umfang wahrgenommen werden konnte. Darüber hinaus bleibt offen, wie solche Verfahren durch Gutachter und Gegengutachter bewertet würden. Wie bereits angeklungen ist, hat der Hersteller dieser Füllsubstanz mit dem Rückzug des Macrolane für die Augmentation der Brust reagiert und den Angaben, es liege hier eine erschwerte Beurteilbarkeit durch gynäkologische Vorsorgemaßnahmen vor (siehe Mammographie). Neben diesen Problemen ist auch der ökonomische Faktor nicht zu unterschätzen. Angesichts der Resorptionsraten die unterschiedlich angegeben werden, kommen hohe Behandlungskosten, die in keinem rationalen Zusammenhang zur Dauer stehen dazu. So kostet es ein vielfaches mehr eine drüsenarme Brust der Größe A auf eine Größe C aufzubauen, im direkten Vergleich zu einem Standardverfahren mit einem Silikonimplantat. Hier gibt es selbstverständlich unterschiedliche Angaben und Angebote, wobei man bei einem Volumen von 2 x 200 ml von ca. 5000 Euro Behandlungskosten ausgehen muss. Abschließend bleibt anzumerken, dass Studien, die in den vergangenen Jahren für die Unterspritzung von Falten mit Hyaluronsäure publiziert wurden zwar eine langfristige Unbedenklichkeit attestieren, diese jedoch auf die Volumenmengen für die Brust und das unterschiedliche Quervernetzungsmuster der hier verwendeten Hyaluronsäure nicht einfach übertragen werden können. Aus den vorbezeichneten Gründen nimmt die Popularität zur Verwendung körpereigener Füllmaterialien stetig zu. Hier ist insbesondere das eigene Fettgewebe immer wieder ein Diskussionspunkt, der zunehmend mehr an Bedeutung gewinnt. Eigenfett-Transplantation Bei der Eigenfett-Transplantation handelt es ich um ein Verfahren, das so als solches bereits über 100 Jahre alt ist.

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