Die Zeit geht nicht spurlos vorbei. Nicht nur in den Gesichtern der Patienten in den Kliniken und Privatpraxen der Plastischen und Ästhetischen Chirurgen. Das digitale Zeitalter hat mittlerweile ebenso die Konsumenten als auch die Produzenten der Ästhetischen Chirurgie erfasst. Aus eigener Erfahrung und Überzeugung bieten wir seit geraumer Zeit eine ästhetische Sprechstunde, genauso wie eine Plastische und Rekonstruktive Sprechstunde online an. Hier kann sich jeder, der das nötige Know-How und die entsprechende Hardware besitzt anmelden und kostenlos nach flexibler Terminvereinbarung mit mir in Kontakt treten. Das digitale Zeitalter bietet damit sowohl den Patienten als auch dem Chirurgen die Möglichkeit, flexibel miteinander zu kommunizieren, was die Kosten niedrig hält und sich dementsprechend auch kostenlos realisieren läßt. Darüber hinaus können Plastische Chirurgen ihre innovativen Operationsverfahren, neue Entwicklungen und einfache Gedankengänge über ihren Blog publizieren, Videos zur Information bereitstellen und alles über Twitter, Facebook, etc. verbreiten. Doch die schöne neue Welt birgt auch Tücken in sich, wie zuletzt Untersuchungen der Amerikanischen Gesellschaft für Plastische und Ästhetische Chirurgie aufzeigt (ASAPS). Patienten informieren sich zunehmend häufiger online und suchen das Gespräch mit ihren Freunden und Bekannten online. Sie tauschen sich in Internetforen aus und sehen sich immer häufiger selbst in der Kamera ihres digitalen Mediums (iPad, iPhone, PC). Hieraus erwächst ein neues Bild der eigenen Wahrnehmung was wir als digitale Erscheinung bezeichnen können. Während das früher für die User dieser digitalen Plattformen nur in begrenzter Zahl ein Thema war, ist es heute bei einer Präsenz von ca. 1 Bill. Mitgliedern bei Facebook und der Entwicklung der HD Technologie ein Problem. Immer häufiger wird man konfrontiert mit Patienten, die einem erklären, dass Sie mit dem Blick im Spiegel als solches nicht unzufrieden sind. Allerdings gefällt Ihnen Video im Chat, bei der Skype-Konferenz oder dem HD-Auftritt nicht. Die Projektion des Kinns, der Nase, die Falten, die Höhe der Jochbeinbögen, etc. werden in Frage gestellt. Unlängst ist dies von geschäftstüchtigen Chirurgen erkannt worden, die genau dieses Patientenklientel ansprechen. Von dem sogenannten iLift oder dem Facelift für das nächste Hang-out bei Google ist hier die Rede und es ist keineswegs vom Retuschieren mit Photoshop die Rede. Wo die Sinnhaftigkeit solcher Eingriffe aufhört und die Sinnlosigkeit ins bodenlose absinkt lässt sich mit dem gesunden Menschenverstand nicht immer erklären. Die Linie zwischen anspruchsvoller Ästhetischer Chirurgie für das alternde Gesicht und dem Verkaufsgebaren der digital-vernetzten Chirurgie, die getrieben wird von ökonomischen Zwängen, die Miete für die Praxis zu aufzubringen, den Kredit für den Laser abzubezahlen, die Personalkosten zu decken, etc. ist hier klar definiert. Eine Empfehlung abzugeben ist nicht leicht, angesichts der hohen Zahl an seriösen und unseriösen Angeboten. Ganz sicher ist es allerdings notwendig, dass seriöse Plastische Chirurgen auf diesen Misstand hinweisen. Ein potentieller Patient sollte immer auch nach den Alternativen einer operativen Behandlung fragen und hier in der Diskussion mit dem Ästhetischen Chirurgen das für sich beste Verfahren erörtern. Nur der informierte Patient kann ein solche Entscheidung für sich treffen, die ihm einen sicheren und komplikationsfreien Eingriff garantiert. Und hier schließt sich am Ende der Kreis zur digitalen Welt, wo nicht alle Instrumente pauschal als Teufelswerk abgetan werden sollten. Auch der Plastische Chirurg hat hier eine Verantwortung: den eigenen digitalen Auftritt zu nutzen, um zu informieren und aufzuklären damit möglichst wenig Patienten in die iFalle gehen!

This post is also available in: Arabisch

Posted In: Unkategorisiert

Animated Social Media Icons Powered by Acurax Wordpress Development Company