Die Abkürzung S-GAP steht für `Superiorer Gluteal Arterien Perforator Lappen`. Die Glutealregion bezeichnet das Gebiet am Gesäß. Auch hier finden sich Gefäße, die ähnlich wie beim DIEP als Perforatoren die Muskulatur passieren, sodass wir die Einheit aus Fett und Haut hier entnehmen können, ohne an der Muskulatur einen Schaden zu verursachen. Auch hierbei handelt es sich um ein mikrochirurgisches Verfahren zur Wiederherstellung der Brust mit körpereigenem Gewebe, das genügend Volumen liefert, um eine Brust aufzubauen. Genau wie beim DIEP werden die Gefäße schonend unter Anwendung mikrochirurgischer Verfahren in die Tiefe verfolgt, bis eine Arterie (für das sauerstoffreiche Blut) und eine Vene (für das sauerstoffarme Blut) isoliert werden. Anschließend wird das Gewebe entnommen und die Gesäßregion im Sinne eines sogenannten Po-Lifts gestrafft. In seltenen Fällen können hier Asymmetrien zur Gegenseite entstehen, sodass zu einem späteren Zeitpunkt auch die Gesäßseite gestrafft wird. Dies ist allerdings nur sehr selten notwendig. Da die Schnittführung diagonal verläuft, findet sich die Narbe im Bereich, wo die Unterwäsche getragen wird und diese somit verdeckt. Der S-GAP bietet genauso wie auch der DIEP eine Haptik, also Gewebekonsistenz, die der ehemaligen Brust sehr ähnlich ist. Durch die mikrochirurgischen Gefäßnaht kommt es zu einem Anschluss an den systemischen Blutkreislauf, sodass der Lappen dann gut durchblutet und warm ist. Der Anschluss an der Brustwand erfolgt vorzugsweise an einer Arterie und einer Vene, die hinter den Rippen verlaufen. Hierzu kann ein kleines Knochenfenster in der Rippe geschaffen werden oder direkt zwischen den Rippen der Anschluss erfolgen. In den Händen eines erfahrenen Mikrochirurgen und mit einem eingespielten Team benötigen wir ca. 6 Stunden für diese Operation in unserer mikrochirurgisch-spezialisierten Klinik in Berlin. Zu Risiken und Grenzen kann es, wie bei anderen chirurgischen Eingriffen und Verfahren, auch beim Wiederaufbau der Brust mit dem S-GAP zu chirurgischen Komplikationen kommen. Als erfahrenes Team für mikrochirurgische Verfahren in Berlin, stehen wir rund um die Uhr unseren Patienten nach der Brustrekonstruktion zur Verfügung. Damit können wir Komplikationen frühzeitig erkennen, um schwerwiegende Folgen abzuwenden. Aus diesem Grund übernachten unsere Patientinnen die erste postoperative Nacht auf einer Intensivstation. In seltenen Fällen kann es durch die Entnahme des Gewebes zu einem Hämatom im Entnahmebereich kommen, das sich häufig selbst resorbiert. Wenn es nicht spontan vom Körper resorbiert wird, kann im OP das Hämatom in einer Kurznarkose entfernt werden. Solche Nachblutungen, die zu Hämatomen führen, können auch an der Brustwand auftreten, wo das Haut-Fett-Gewebe vom Gesäß hin transplantiert wird. Auch hier kann es u.U. nötig sein, im OP die Nachblutung aufzusuchen und das Hämatom zu entfernen. Wenn genügend Gewebe am Gesäß vorlag, kann der Wiederaufbau der Brust in der gewünschten Form erfolgen. In seltenen Fällen, wenn das Gewebe nicht ausreicht um eine übergroße Gegenseite symmetrisch zu erreichen, kann die Gegenseite in einem zweiten Schritt gestrafft werden. Das muss allerdings im Vorfeld mit der Patientin besprochen werden. um die Gesamtplanung der Rekonstruktion darauf auszurichten. Insgesamt ist der Entnahmebereich vom Gesäß ein gutes Spenderareal für ein natürliches Ergebnis mit sehr zufriedenstellenden Langzeitergebnissen.

Abb. Intraoperatives Bild der Lagerung vor Entnahme des Gewebes zum Brustaufbau vom Gesäß (S-GAP)

Abb. Unmittelbares Ergebnis im OP nach Einsatz des Eigengewebes vom Gesäß (S-GAP) in die Brust mit adäquatem Volumen zum Aufbau der Brust.

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