Ein neues Jahr hat begonnen. Mit dem Jahr 2013 lassen wir ein bewegtes Jahr 2012 für das Fachgebiet Plastische und Ästhetische Chirurgie zurück. Neben vielen kleinen Einzelmeldungen, hat kaum ein Ereignis die Gemüter so erhitzt, wie der PIP – Skandal. Dabei ging es um die Meldung, die Anfang des Jahres 2012 in den Medien publiziert wurde und die Anwendung von billigem Industriesilikon in der Ästhetischen Chirurgie beschreibt. Es wurde anhand von Beispielsfällen, der kaltblütige Betrug offen gelegt, der an unwissenden Patientinnen vorgenommen wurde. Hierbei handelt es sich überwiegend um Frauen, die zu einer Brustvergrößerung bei einem Plastischen Chirurgen oder Ästhetischen Chirurgen vorstellig waren. Aber auch Chirurgen, die keine Facharztbezeichnung als Plastischer Chirurg oder Ästhetischer Chirurg tragen, waren hierin involviert. Im wesentlichen ging es um die französische Firma PIP, die die Silikon Implantate europaweit aber auch außerhalb Europas vertrieb. Frauen, die eine Brustvergrößerung vornehmen ließen, wurden hiermit versorgt, ohne zu wissen, welche Implantate hier zur Anwendung kamen. Viele Patientinnen erhielten niemals einen Implantatpass. Deutlich dramatischer war allerdings die Tatsache, dass niemand über die mindere Qualität des Silikons in diesen Implantaten informiert war. Zum Vorschein kam die mindere Qualität der Silikonimplantate erst, als zahlreiche Berichte offenkundig wurden, die eine vorzeitige Ruptur der Silikonkissen mit den genannten Implantaten beschrieben. Zudem kam auch der Hinweis hinzu, dass das Billigsilikon in den Silikonprothesen, die zur Brustvergrößerungen genutzt wurden auch an der Entwicklung von bösartigen Tumoren, Lymphomen, Leukämien, etc. beteiligt sei. Derartige Implantate wurden zur Brustvergrößerungen (Mammaugmentationsplastik), zur Bruststraffung aber auch zur Brustrekonstruktion verwendet. Besonders die Anwendung in der Brustrekonstruktion führte hier erneut zu Unverständnis und Aufregung. Während die Verwendung von Silikonprothesen zur ästhetischen Brustvergrößerung in einem begrenzten Rahmen ablief, lässt sich europaweit nicht vollständig einschätzen, wie groß das Ausmaß der fraglichen Implantate in der Rekonstruktiven Brustchirurgie ist. Besonders tragisch wird dies wahrgenommen, da insbesondere auf diesem Gebiet der Plastischen Chirurgie große Fortschritte in den vergangenen 20 Jahren stattgefunden haben, die die Anwendung von Brustimplantaten vollständig überflüssig machen. Hier ist die Rede von der Mikrochirurgischen Brustrekonstruktion, die mit Einführung der Perforatorlappen in den vergangenen Jahrzehnten zum Goldstandard in der Brustrekonstruktion mit Eigengewebe geworden ist. Zusammenfassend bleibt für das Jahr 2013 die Notwendigkeit einer breiten Aufklärung der Patientinnen. Dies gilt sowohl für die plastische und ästhetische Chirurgie als auch für die Rekonstruktive Chirurgie der Brust.

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