Die Behandlung der Fazialisläsion wird auf dem Gebiet der Plastischen Chirurgie über verschiedene Verfahren adressiert. In unserer Klinik am Standort Berlin verfolgen wir sowohl das Konzept der Muskelverlagerung (z. B. Gillies-Plastik) als auch die Transplantation von Nerven und die mikrochirurgische Muskeltransplantation. Gerade wenn es darum geht nicht nur eine statische Symmetrie zu erreichen, sonder d Lächeln dynamisch wiederhergestellt werden soll, bietet es sich an unter Anwendung moderner mikrochirurgischer Verfahren, einen Muskeltransfers vorzunehmen. Bei der sog. globalen Paresen (vollständige Lähmung) wird nicht selten zunächst der Lidschluss über eine Gillies-Plastik rekonstruiert, um in einem zweiten Schritt einen Muskel aus der Ferne in die Nasen-Mundwinkel-Falte (Nasolabialfalte) zu transplantieren. Dies wird so unternommen, da der Schläfenmuskel ja bereits für den Lidschluss genutzt wurde. I.d.R. benötigen wir einen Motor, also einen funktionstüchtigen Nerv, der dem Muskel Impulse gibt, um sich dann zum ‘richtigen’ Zeitpunkt zusammen zu ziehen. Als Motor wird ein Nerv genutzt, der vom Unterschenkel entnommen wird (N. Suralis) und der lediglich als Gefühlsnerv am Unterschenkel dient. Die Entnahme des Nervs führt zu keinem signifikanten Gefühlsverlust oder Störungen, da dessen Funktion von einem benachbarten Nerven übernommen wird. Der Nerv wird, wie es beim Cross-Face-Transfer beschrieben wurde, an der gesunden Gegenseite am intakten Gesichtsnerv mikrochirurgische angeschlossen und oberhalb der Lippe und unter der Haut auf die Gegenseite geleitet. NÜblicherweise kombinieren wir diese Masnahme mit dem Gillies Manöver. Nach einem Zeitraum von ca. sechs bis acht Monaten ist dann der Narv auf die Gegenseite durchgewachsen, sodass wir dann den Muskel transplantieren können. Die Transplantation des Muskels findet dann statt, wenn die Verletzung oder der Ausfall des Nervs so weit zurück liegt, das die mimische !uskulatur der Gesichts ausgefallen und untergegangen ist (sog. ‘Point of no return’). Für Diesen Fall entnehmen wir einen Teil eines Muskels vom Oberschenkel der in der Grösse eines Zigarettenpäckchens liegt. Daher entsteht kein Schaden am Oberschenkel und die Entnahme der kleinen Muskelportion wird bis auf eine ca. 8 cm lange Narbe kaum wahrgenommen. Der Muskel der hierfür präpariert wird ist der sog. M. Grazilis. Der Muskel ist schlank und grazil, wodurch er auch seinen charakteristischen Namen erhalten hat. Der Muskel wird mitsamt einer Arterie und einer Vene entnommen, sodass man den Muskel mikrochirurgisch an ein blutzuführendes (Arterie) und ein blutabführendes (Vene) Gefäß am Kinn annähen kann. Gleichzeitig kann dann der ‘vorgelegte’ Nerv, der ca. 8 Monate zuvor eingebracht wurde, an den Grazilis-Muskel angenäht werden. Auf diese Weise können dann die Nervefasern (Axone) in den Muskel einwachsen, um den Muskel zu aktivieren. Wenn der Muskel dann in der Nasen-Lippen-Falte eingebracht und befestigt wird, kann der Mundwinkel synchron mit der Gegenseite angehoben und ein symmetrisches Lachen hergestellt werde. Auf diese Weise kann ein großer Teil von Beschwerden mit modernen Verfahren der Plastischen Chirurgie behandelt werden. Wir stehen Ihnen für weitere Fragen rund um die Fzialisparese als kompetenter Partner in Berlin zur Verfügung.

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